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Rezension mit Grippe – Wenn Kritik kränkelt – Ein Beispiel

Oder:

Abgeschlachtet wird am Rand!

So liebe Kinder. Heute möchte ich euch den Unterschied zwischen konstruktiver und destruktiver Kritik erklären und dass es auch das Feedback gibt. Ach, ihr wisst Bescheid? Na da bin ich aber froh. Dann muss ich es ja nur noch dem ein oder anderen Erwachsenen, Verzeihung Internetkind, erklären.

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Bierdeckelvariante zu „VollVerdichtet“

Der Mensch kritisiert.
Oft.
Immer wieder. Und Kritik ist zumeist verletzend.
Warum? Weil Urteil ein Synonym für Kritik ist und ein Urteil verletzt. Zumindest aber verbindet man nicht selten etwas Negativmitschwingendes, weil es dem Menschen eben oftmals nicht gefällt, be (ver-) urteilt zu werden.
Konstruktive Kritik also, ist ein gar lustiges Wortpaar: Mit ihm lässt sich spielen wie mit einem Ball. Wie in einer Konnotation – z.B. ‚Mallorca‘. Bei einem Euphemismus – wie ‚Schöner Tod‘. Oder ein Pleonasmus – ‚Lauter Lärm‘: Das „Beurteilen eines Gegenstandes oder einer Handlung anhand von Maßstäben“ ist grundlegend für das Zusammenleben von Menschen. Niemand urteilt schärfer als der Mensch. Anders:  Niemand verurteilt Außer dem Menschen.


„Ich habe kein Problem mit Kritik, aber sie muss mir gefallen.“

(Mark Twain)

Hilfreich kritisieren ist wie ausgelassen jemandes Selbstachtung zerstören 

Auch wenn sie sich im Euphemismusgewand verstecken mag, die Kritik, die konstruktive, und
sich dienlich/förderlich oder produktiv schimpfen mag – Kritik bedeutet immer, etwas in Frage zu stellen. Kurz: Nörgelei. Wenn Konstruktivität die, sich im Aufbau befindende, Frucht ist, bedeutet Kritik die unschöne, faule Stelle an ihr.

Besser ist es, jemandem ein Feedback zu geben. Doch die bloße Verwendung eines anderen Begriffes reicht in diesem Falle nicht aus, der konstruktiven Kritik den übersäuerten Boden zu entziehen. Denn besonders das – ein handfestes und gutgelungenes Feedback (engl. die Rückmeldung/Rückkopplung) –  will gelernt sein.

Die Feedbackfähigkeit, also die Kompetenz Kritik als hübsches Geschenk, mit elementarer, roter Schleife zu verpacken,  mit lehrreichem und weiterentwickelndem Inhalt, ist für den Kritiker wie auch für den Kritisierenden kein leichtes Unterfangen.

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Der Zeitpunkt für Meinung muss gewählt sein 

Manche Menschen brauchen ewig, um zu erkennen, dass es darauf ankommt wie sie etwas sagen. Und nicht bloß was.

C’est le ton, qui fait la musique!

Andere lernen es nie. Urteilen ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Fingerspitzengefühl. Dabei gibt es gänzlich schlechtere Zeitpunkte im Leben als andere, ein Urteil abzugeben.
Oder etwa eine Rezension zu schreiben.

Zum Beispiel, einen Tag, an dem man realisiert, dass das eigene Leben ein langweiliger Haufen Pläne ist. Wenn man sich den dicken Zeh am Tischbein bricht. Wenn man keine Zeit mehr für die eigenen Bedürfnisse hat. Wenn die schlechtsitzende Frisur vom Morgen den Rest vom Tag beeinflusst. Wenn die eigenen Kinder lauter brüllen als die der anderen. Oder alles zusammen.
Das sind schlechtere Zeitpunkte als andere.

Trotzdem gehört es zum Menschsein dazu, etwas zu beurteilen oder zu bewerten. Und für manche wohl auch, etwas zu verurteilen oder abzuwerten. Aber wo geurteilt wird, fallen Tränen. Oder Hüllen. Hinter keine charakterliche Fassade ist besser zu blicken als hinter die eines emotional Urteilenden, der aus verschiedenen Gründen nicht sachlich bleiben kann, wenn er kritisiert.

Man lernt ja nie aus…

Am folgenden Beispiel möchte ich aufzeigen, welches die drei häufigsten Fehler sind, die bei einer Feedbackvergabe unterlaufen.

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Bierdeckel zu „VollVerdichtet“

Ich möchte nun eine Rezension präsentieren, wie sie zu meinem Büchlein „VollVerdichtet – 66 Kurze“ im Netz auf lovelybooks und Amazon entstanden ist.

Die „66 Kurzen“ sind immer noch zu haben, solange der Vorrat reicht und man on-demand drucken kann. Auch einige wenige Exemplare von „Dichtverkehr – Von kleinen und von großen Gedanken“, meinem „bewegenden, mitreißenden und berührenden Werk“, sind direkt bei mir zu bestellen.

Ich habe prägnante Passagen „fett“ gekennzeichnet, um zu demonstrieren, wo sich die wichtigen Fehler verstecken.

Außerdem habe ich mir den Leitfaden der Karrierebibel zur Hilfe genommen, um die Aspekte der Kritikerin im Folgenden anschaulicher darstellen zu können.

Lest euch das Urteil doch mal durch. (Von Rechtschreibfehlern bitte ich Abstand zu nehmen, Verzeihung, abzusehen.)

        Das vorliegende Büchlein von Jennifer Hilgert beinhaltet „66 Kurze“. 

Ich habe den Eindruck, dass die Autorin exakt 66 Kurze getrunken hat um den Inhalt zu Papier zu bringen.

Vielleicht hat sie alle hintereinander weggekippt, vielleicht auch nur hin und wieder mal ein paar sich genehmigt. Inhalt des Büchleins sollen sein Reime, Kindermünder, Sprüche und Aphorismen. Kurz und knackig. Schnell und zackig. So steht es auf dem Einband.

Reime, ja – sind vorhanden, nach dem Motto: Reim dich oder ich fress dich
Die Kindermünder ganz unterhaltsam und beinhalten einen hohen Wahrheitsgehalt, immerhin
Bei den Sprüchen bin ich mir nicht sicher, ob sie nicht im Suff von irgendeiner Toilettentür abgeschrieben wurden, als da wäre z.b. Mit Problemen ist es wie mit Schrauben. Nicht immer lösen sie sich von selbst. Hm ja…. Und Aphorismen….einige wenige sind ok

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Bierdeckel zu „VollVerdichtet“

Ich glaube einfach, der Titel spricht bereits Bände. „Voll“ – ver- dichtet – ich bin überzeugt, dass die Autorin während des schreibens entweder nicht ganz dicht, bzw. „voll“ war. Sicherlich gibt es auch Menschen denen das gefallen mag, ich gehör da leider nicht dazu. Um vielleicht etwas positives zu sagen. Das handliche Format des Büchleins find ich recht ansprechend. Es passt in jede noch so kleine Handtasche. So hat man jederzeit einen Glasuntersetzer zur Hand und wenn man genügend „Kurze“ zu sich genommen hat kann man sogar einen Blick riskieren 😉

Es fällt auf, dass sich recht viele Abfälligkeiten in diese Rezension geschlichen haben. Eine  Waage zwischen positiver und negativer Rückmeldung, wäre nicht ausgeglichen. Das allerdings, ist einer der grundlegendsten Punkte eines Feedbacks…

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Bierdeckel zu „VollVerdichtet“


Tipps vom Herzen in den Mund

1.) Selbstkritisch bleiben

Kritisieren Sie andere lieber oder loben Sie diese öfter?

Gibt man sich selbst die Antwort auf diese „vielleicht unbequeme“ Frage, so verrät diese einiges über das eigene Wesen. Außerdem ist die Antwort ein wesentlicher Indikator für die Vergabe eines erfolgreichen und hilfreichen Ratschlags.

Wer selbstkritisch bleibt, baut andere auf, ermuntert und ermutigt, statt sie niederzumachen. Nur der ist selbstlos, der nicht verletzend wird und nicht unter der Gürtellinie seine Argumente vorbringt. Derjenige, der mit dem Ziel als Kritiker agiert, dem Kritisierenden Chancen zu eröffnen, ist ernstzunehmen. Der andere stärkt bloß das eigene Ego. Nicht gerade seriös.

Weiterhin ist herauszustellen, dass die Kritikerin einen weiteren wichtigen Punkt nicht beachtet hat: Die Neutralität.

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2.) Nicht von sich auf andere sch i eßen

Der passende Zeitpunkt für Kritik immens wichtig. Denn jedes Gegenüber hat eine neutrale und unparteiische Wertung verdient, besonders dann, wenn nicht alles dem eigenen Gefallen entspricht. Was der persönliche Geschmack nicht isst, kotzt man ja auch nicht seinem Koch vor die Füße.

Die Kunst ist es in neutralen, nicht verletzend-vestrickten Worten auszudrücken, was einem genau missfällt.  Das ist nicht leicht. Als Leitsatz kann man sich jedoch merken: „Geben Sie niemals Feedback, wenn Sie selber gerade schlecht drauf oder frustriert sind. Das färbt immer ab und übertragt sich“.

Erst recht sollte man sich das Kritisieren nicht zu einer persönlichen Challenge machen. Persönliche Launen haben in einem Feedback nichts zu suchen.

Denn Taktgefühl braucht es nicht nur zum Klavierspielen.

Es ist wichtig, mit seiner Kritik das Leben eines anderen nicht zu bedrohen, es in Frage zu stellen oder seine Selbstachtung zu gefährden. Des Weiteren sollte man sich seines Standpunktes stets bewusst sein.

Professionell man selbst bleiben, heißt die Devise!

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3.) Zu wenig Empathie zeugt von Unreife 

„Gutes Feedback ist stets ehrlich, spezifisch und konkret. Wer vage bleibt, kann sich den Rat genauso gut schenken. Doch darin liegt zugleich auch eine Gefahr: Ehrlichkeit und Direktheit können verletzen. Dann mutiert der Ratgeber schnell zum Unhold. Deshalb ist es wichtig, bei aller aufrichtiger Intention auch genug Empathie und Taktgefühl zu zeigen und sein Feedback wohl zu dosieren. Oder anders ausgedrückt: Seien Sie gnädig und barmherzig, wenn Sie Rückmeldungen geben.“

Im Vergleich: Hier findet sich eine gelungene Rezension als Gegenbeispiel.

 

„VollVerdichtet“ bedeutet höchstens worttrunken – aber definitiv hochprozentig vielseitig! 

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Verführt wird nur, wer sich verführen lässt!

Ein Feedback ist übrigens nur bedingt eine Frage von Gusto. Schließlich sind die Geschmäcker unterschiedlich, das wusste schon „der Affe, und biss in die Seif.“

Die Sache mit dem geschenkten Gaul jedenfalls… Auch wenn der unkritische Umgang mit Geschenken zu toten Gäulen führen kann, ist das wilde Sezieren sämtlicher Körperöffnungen doch etwas undankbar. Tja, so ist das mit der virtuellen Öffentlichkeit im Netz. Nicht jeder hat ein Gesicht, aber jeder eine Meinung.

Und mal ganz ehrlich: Senf mag nun doch wirklich auch nicht jeder!

 

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Andere Stimmen zu den 66-Kurzen:

– das gefällt mir richtig gut, steckt viel wahres drin

– das find ich klasse

– meine Favoriten: Nr. 34+35+36 (besonders das mit der Langeweile!), Nr. 39 (so wahr!!) und Nr. 40, den Kindermund Nummer 39 ist erstmal hier mein neuer Status geworden ^^

– der Kindermund am Ende hat mir besonders gefallen 😉
„Wer nichts falsch macht, der verdummt“ schöne Message !

– Wünsche welken … schöne Alliteration

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Es ist vorüber …

– Und nebenbei scheint sich das Werk ja auch als Multitalent zu erweisen. Als Glasuntersetzer, so wie auf dem Foto abgebildet, mit einem verführerischen Cocktail scheint es sich auch noch gut zu machen 😉


Danke für die Aufmerksamkeit!


Eure

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2 Comments on "Rezension mit Grippe – Wenn Kritik kränkelt – Ein Beispiel"

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Clue Writing
Gast
2 years 1 month ago

Schön gesagt – Sachlich reagiert – Mit geradem Rücken gehts weiter.

Bleibt nur eines: Hoch die Kaffeetassen!

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