(Meine) 3 Gründe: Warum ich immer noch nicht auf Instagram bin …

Ich liebe Fotos. Ich mag es zu fotografieren und ich spiele immer noch mit dem Gedanken meine Bildl|ICH Kategorie zurück auf meinen virtuellen Sekretär zu holen, damit mir so manche Erinnerungsstücke nicht abhanden kommen. Was ich eigentlich nicht wollte, ist mir einen Instagram-Account zuzulegen.

Instagram

Lustigerweise war ich schon mal dort, auf der Voyerplattform, angemeldet und wie selbstverständlich habe auch ich, neben 400 Millionen anderen Usern, mich recht schnell damit zurecht gefunden mein Privatleben zu inszenieren.

Das befriedigende Gefühl der Eitelkeitsdarstellung hat nicht lange angehalten. Davon abgesehen, dass es mich auf kurz oder lang abhängig gemacht hätte. Ich kenne mich.
Mein morgendlicher Griff zum Smartphone, mein erster Blick auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. Nein, nein. Alles weg vom Handy, außer Twitter. Ein bisschen Sucht muss ja schon noch sein …

„Das Leben selber
als ein Kunstwerk zu verkaufen.
Und dieses Leben
verkauft sich natürlich
in seiner totalen Nichtigkeit”

(Helmut Karasek)

Ich will nicht alles von anderen wissen – also müssen sie auch nichts von meinem „Glück“ wissen 

Die Frage hatte ich mir bei Facebook damals auch schon gestellt: Was interessiert mich sein Morgenstuhl und warum muss ich einen Daumen vergeben, wenn das Baby einer Bekannten spinatverschmiert auf seinem Hochstuhl hockt und bescheuert in die Kamera guckt. Wie sehr rückt das Privatleben in den öffentlichen Fokus? Gehört er bei Menschen, die ohnehin in der Öffentlichkeit stehen genau dahin, schließlich leben sie von Ihnen, also kann man auch getrost etwas zurück geben und wenn es nur ein privater Einblick ist? Wo ist zu viel Intimität zu viel und wie gefährlich ist das, besonders für Kinder, die nicht dazu befragt werden können, ob sie im Internet zur Schau gestellt werden wollen? Und: Inwiefern zerstöre ich „mein Glück durch eine permanente Verbildlichung„?
Für den 16. Juni 2016 habe ich mich für ein Webinar bei Annika Bühnemann angemeldet. Ein Webinar, das mir „zeigen“ soll wie ich Instagram richtig nutze. Ich bin gespannt. Ich bin neugierig. Was wird zu einer festgeschriebenen Norm? Was ist „Instagram Gesetz“?

Ich könnte meine Reichweite mit Fotos erweitern – mir geht es aber um die Sache

Meine Sache ist das Schreiben. Ich möchte Themen vermitteln. Das Essen eines Becher Eiscremes ist für mich schon ein intimer Vorgang, das ich nicht dokumentieren muss. Ich finde es schade, dass Social Media heutzutage einen so hohen Stellenwert eingenommen hat.
In erster Linie ist die Öffentlichkeit ja nur ein Produkt meiner Leidenschaft. Ich schreibe und das wird auch so bleiben, ob ich nun eine Kaffeetasse ablichte oder eben nicht. Überzeugen werde ich ohnehin nur durch meine Bücher. Letztlich schreibe ich für mich. Wer es liest umso besser. Darüber freue ich mich umso mehr.  Warum würde sich etwas ändern, wenn ich Privatfotos postete?
Meine Mama mag übrigens alles was ich tue. Ein Like wird mir also immer sicher sein. Das ist nicht verwerflich 🙂 Nein. Das ist es nicht.

Die Sucht ist meine persönliche Angst

image: http://amzn.to/25SdSNC

Hockt die Zukunft aufm „iPotty“?

Ich war lange genug von Zigaretten abhängig. Ich kenne mich. Digitale Selbstkontrolle, im Bezug auf ein weiteres Netzwerk, dem ich mich und mein Leben öffnete, würde Beschäftigungsthema werden. Wenn ich mir mein Instagram-Ex-Verhalten so in Erinnerung rufe und mich vor allem zurück an die Zeit um 2013 erinnere, da wollte ich partout nicht in Facebook eintreten und wo bin ich nun gelandet? Genau, auf Facebook, YouTube, Twitter und … Instagram.

Ich versuche es nochmal mit mir. Ihr. Auf Instagram.  Stelle mich selbst auf die Probe. Helft ihr mir dabei?

Warum jetzt doch: Weil alle drei super Plattformen bleiben, wenn ich sie mit dem Verstand benutze, mich nicht verwirre und mich virtuell nicht ganz verirre.

Das wahre Leben muss einfach den höchsten Stellenwert behalten. 


Stimmt ihr ab?
Was soll mein erstes Bild auf Instagram werden? 

Ich will Instagram und mir noch mal eine Chance geben. Mich würde eure Meinung interessieren. Was wollt ihr sehen? Was nicht?   
Ein Portrait
1 Vote
Ein Landschaftsphoto
1 Vote
Ein Standortphoto
1 Vote
Ein photographisches Stillleben
1 Vote
Irgendwas, was die Situation gerade hergibt
2 Vote

4 Gedanken zu „(Meine) 3 Gründe: Warum ich immer noch nicht auf Instagram bin …

  1. Jennifer Hilgert sagt:

    Hallo Rolf, Danke für deinen Kommentar. Du hast Recht, der Ton ist sehr viel menschlicher auf Instagram, manchmal für meinen Geschmack zu rosig, aber was soll man machen, wenn einem doch das Bild gut gefällt und alles in Butter ist 🙂
    Nun erfolgreich, ist so eine Definition, lieber Rolf, aber du hast Recht, auf Insta bin ich nun schon länger und ich muss dir sagen, auch in einem, wie ich finde, gesundem Maße. Wobei mir auch meine eigene „Selbstinszenierung“ manchmal auf die Nerven geht …
    Ich freue mich, dass du hierhin gefunden hast und hoffe, dass dir „Tage wie Türkis“ gefällt. Darf ich fragen, wie du auf sie aufmerksam geworden bist? Durch Instagram etwa 🙂 ?
    Alles Gute!

  2. Rolf Mueller sagt:

    Eigentlich wolle ich hier schreiben, dass ich einen Instagram-Account besitze, aber noch nie etwas gepostet habe, außer einem Profilbild. Irgendjemand muss das Zeug, das die anderen hochladen, ja auch angucken.
    Bei Instagram bin ich vor allem, weil dort der Ton sehr viel menschlicher ist als auf Facebook, wo mir sogar die Leute auf die Nerven gehen, deren Ansichten ich eigentlich teile.
    Aber, wie ich inzwischen gesehen habe, bist du inzwischen schon lange selbst bei Instagram und recht erfolgreich, wie es aussieht.
    Jetzt lese ich erst mal deine „Tage wie Türkis“, durch die ich überhaupt hier gelandet bin. 😊👍

  3. Jennifer Hilgert sagt:

    Ich habe auch eine ganz gute Zeit ohne Smartphone verbracht. Lange Zeit wollte ich weder ein SP haben das noch in FB eintreten, noch sonstwas. Dann kam Amerika und die Möglichkeit mit meinen Leuten über WhatsApp in Kontakt zu bleiben. Wie gemacht für die Entfernung. Auch mein schreiberisches Schaffen sah ich plötzlich durch Facebook „an Mann und Frau“ gebracht.

    Ich finde, dass du in vielen Punkten recht hast, freue mich wahnsinnig über deine Meinung und finde, dass man sich eher entfernt statt sich zu nähern, mit so manchen „possibilities of socialization“. Mir ist es unangenehm, wenn mein Mann mich darauf hinweist, dass ich viel am Handy hänge.
    Andererseits freue mich mich, dass ich mit dir jetzt eine keine Interaktion mehr entgehen kann. Mhhh, ist gut …

  4. Toc89 sagt:

    Ich habe kein Smartphone. Auch keinen Fernseher. Und auch kein Instagram, und logischerweise kein Whatsapp. Das Spannende ist, dass ich das immer begründen muss. Ich spüre einen unterschwelligen Rechtfertigungsdruck. Rauchen tu ich (noch, noch eine ganze Weile, fürchte ich), dafür bekomme ich Kritik. Die überall ständig smartphonenden Menschen bekommen selten Kritik. Die Gesprächspausen, wenn mein Gegenüber wieder wischen muss. Nie ganz im hier und jetzt, immer auch zugleich wo anders, aber selten wirklich bei jemand anders im Herzen. Für mich ist es am schönsten, mit jemanden einfach zusammen zu sein (das kann man auf zwei Arten lesen. Also auch: Einfach zu sein, zusammen). Im Gegensatz: Bei Facebook, Instagram, ja selbst beim Telefonieren ist man ja nicht mehr da, wenn man nicht raushaut. Stille bedeutet Disconnect.

    Facebook habe ich. Twitter (noch). Google+ neulich deaktiviert. Mhhh.

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