O, wie schön die Kindheitstage

O, wie schön die Kindheitstage
oder
Auf dem Hunsrück
 
Ich erinnere mich noch gut daran,
als ich elf, acht, fünf war oder drei
unbeschwert durchs Leben ging
und frei war noch dabei.

 
Bäume waren zum Klettern da
Mächtig, riesige Gesellen,
die man besteigen musst so manches Mal.
Fliegen ohne runterfallen.

 

Im wilden Wind zu atmen, tanzen lernen.
Die graue Welt bunt anzumalen.
Vor nichts und niemand sich entfernen.
Im Angesicht des Tages lodernd strahlen.

 

Der Weiher stand im Wald wie Glas.
Ein Floß, wir bauten aus Kanistern es.
E
in Klappbrot für draußen, war das
Highlight für den Sommer. Bleibt etwas besonderes. 
Keine Wolke zu hoch
eine Hose mit Flicken.
Jungs waren nicht doof
ein Album mit Stickern.


Diddlpostkarten in Klarsichthüllen
„Ich bin schneller als das Licht!“
Kuscheltiere, die sich mit Leben füllen
und ich schrieb Reime, für dich und mich.
Pippi – meine Superheldin auf der Welt. 
An
Geburtstagen wettaßen wir Schokolade.
B
ezahlt wurde nur mit Spielzeuggeld. 
Daran denke ich, wenn ich heute mit dir bade.


Soeben saßen wir
im warmen Regen.
Unser Garten – dir erscheint er riesengroß.

Im Winter hast du
Schnee probiert, jetzt liegen 
wir in Mutter Erdes warmem Schoß.


Die Kirschen naschten wir wie du vom Baum.
Auch ich war mal wie du so klein.
Als die
Kleider lösten sich vom Saum
und mein Weltblick ferner lag, als jeder Stern.


Damals sperrten wir den Falkenweg 
mit einem Band. Nahmen Pfand 
am Wendehammerplatz. Kindheit ist ein Privileg.
Eröffneten
Bonbonläden am Straßenrand.


Nun mache ich einen Satz
mitten in die Zukunft rein.

Meine Kindheitstage liegen entfernt gerückt,
doch deine nicht, sie sind. Gerade im Moment. 
Und mir zwinkert ein Stein entzückt
vom Boden zu: “Die Kindheit, milde ausgedrückt, sie rennt;


ist das Beste am Erwachsensein.
Ohne sie, man sich doch fühlt
in der harten Welt allein.“

So sehr ich krame, tief in mir, ich wühlt

und wühlte. Auch mal selig rührte
ich, in dem was war. Doch was gewesen ist –
ich spürte,
die Er-Innerungen, sie verblassen nicht.

 

Und brauch ich sie, dann weck ich die
Tage wie Türkis. Tief schlafen sie in meinem Innern drin.
Bleib mein Kind
von Kindesbeinen Glücksfinderin.
Weil die Kindheit Frieden braucht.

Für meine Tochter 

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