Klassik am Sonntag: Friedrich Schiller (1759 – 1805) Der spielende Knabe

Der spielende Knabe 

Spiele, Kind, in der Mutter Schoß! Auf der heiligen Insel
Findet der trübe Gram, findet die Sorge dich nicht,
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Klassik am Sonntag: Erich Kästner (1899 – 1974) Der Januar

Der Januar

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Man steht am Fenster und wird langsam alt.

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Klassik am Sonntag: Karel Capek (1890-1928) Wintergedanken

Wintergedanken eines Gärtners 

Alljährlich pflegen wir zu sagen,
daß die Natur ihren Winterschlaf antrete…
Du lieber Gott, und das soll Schlaf sein? …
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Klassik am Sonntag: Khalil Gibran (1883 – 1931) In jenem Winter

In jenem Winter

steckt ein zitternder Frühling,
und hinter dem Schleier jeder Nacht
verbirgt sich ein lächelnder Morgen.

* Khalil Gibran (* 6. Januar 1883 als Gibrān Khalīl Gibrān bin Mikhā’īl bin Sa’ad arabisch جبران خليل جبران, DMG Ǧibrān Ḫalīl Ǧibrān in Bischarri, Osmanisches Reich, heute Libanon; † 10. April 1931 in New York City) war ein libanesisch-amerikanischer Maler, Philosoph und Dichter. Die zentralen Motive seiner Dichtung und seines philosophischen Denkens kreisen um den Gedanken, dass das Leben, die Liebe und der Tod das Wesentliche für uns Menschen sein sollen. Sein Werk wird als Bindeglied der philosophischen Richtungen des Orients, z. B. des Sufismus, und der westlichen, durch das Christentum beeinflussten Philosophien gesehen.

* Quelle: Wikipedia

Klassik am Sonntag: Erich Kästner (1899 – 1974) Neujahrsansprache

Spruch in der silvesternacht

Man soll das Jahr nicht mit Programmen

beladen wie ein krankes Pferd.

Wenn man es allzu sehr beschwert,

bricht es zu guter Letzt zusammen.

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Klassik am Sonntag: Annette von Droste-Hülshoff (1797 – 1848)

Mondesaufgang

An des Balkones Gitter lehnte ich
Und wartete, du mildes Licht, auf dich.
Hoch über mir, gleich trübem Eiskristalle,
Zerschmolzen schwamm des Firmamentes Halle;
Der See verschimmerte mit leisem Dehnen,
Zerfloßne Perlen oder Wolkentränen?
Es rieselte, es dämmerte um mich,
Ich wartete, du mildes Licht, auf dich.

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Klassik am Sonntag: Hermann Hesse (1877 – 1962)

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.
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Klassik am Sonntag: Oskar Loerke (1884 – 1941)

Blauer Abend in Berlin

Der Himmel fließt in steineren Kanälen;
denn zu Kanälen steilrecht ausgehauen
sind alle Straßen, voll vom Himmelsblauen.
Und Kuppeln gleichen Bojen, Schlote Pfählen

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Klassik am Sonntag: Alfons Petzold (1882 – 1923)

Der Grashalm

am-feldrand

image: Rainer Franke, twilightfoto.wordpress.com.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Straßen voll Staub,
die Menschen nicht minder,
keine spielenden Kinder,
kein wehendes Laub.

Nur Dünste und Qualm
aus Fenstern und Essen
und da – ganz vergessen –
ein ärmlicher Halm.

Von keinerlei Blick
gesehn und beachtet
er traurig betrachtet
sein hartes Geschick.

Hoch über der Stadt,
fern Mauer und Fliese,
träumt er eine Wiese,
die spielende Kinder und singende Vögel hat.

Alfons Petzold
Alfons Petzold (Pseudonym: De Profundis; * 24. September 1882 in Rudolfsheim, heute Wien; † 25. Jänner 1923 in Kitzbühel) war ein österreichischer Schriftsteller.

Klassik am Sonntag: Kurt Tucholsky (1890 – 1935)

Hände an der Schreibmaschine

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